DachdeckerGesellenprüfung
← Lernfelder
5

Holzkonstruktionen herstellen

1. Lehrjahr · 60 Std.

Laub- und NadelholzHolzfeuchteHolzschutzHolzverbindungenHolzliste und Verschnitt

Theorie

Nadelholz und Laubholz

NadelholzLaubholzNadelholz: leicht, gerade – das BauholzLaubholz: schwerer, härter, dauerhafterFür tragende Teile nur sortiertes Bauholz mitFestigkeitsklasse.

Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie wachsen gerade, sind vergleichsweise leicht und gut zu bearbeiten. Deshalb ist Bauholz im Dachstuhl fast immer Nadelholz — meist Fichte.

Laubhölzer wie Eiche und Buche sind schwerer, härter und fester. Eiche ist zudem sehr dauerhaft und wurde früher für Fachwerk und historische Dachstühle verwendet.

Am Bau wird Holz nach Sortier- bzw. Festigkeitsklassen eingeteilt. Für tragende Teile darf nur sortiertes Bauholz mit ausreichender Tragfähigkeit eingesetzt werden.

Holzfeuchte: Schwinden und Quellen

feuchtgetrocknettrocknetDeshalb wird Bauholz vor dem Einbau getrocknet, sonstreißt und verzieht es sich.

Holz arbeitet: Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Nimmt die Holzfeuchte ab, schwindet das Holz; nimmt sie zu, quillt es. Diese Bewegung findet vor allem unterhalb des Fasersättigungspunkts statt (rund 30 % Holzfeuchte).

Frisch geschlagenes Holz ist sehr feucht. Bauholz wird deshalb getrocknet, damit es nach dem Einbau nicht mehr stark schwindet und sich verzieht oder reißt.

Die Holzfeuchte ist auch die entscheidende Größe für den Holzschutz: Dauerhaft trockenes Holz wird von Pilzen nicht befallen. Kritisch wird es, wenn Holz längere Zeit über etwa 20 % Feuchte liegt.

Konstruktiver Holzschutz vor chemischem

1. konstruktiv: trocken halten2. chemischChemie ersetzt niemals eine fehlerhafte Konstruktion.

Beim Holzschutz gilt eine klare Rangfolge: Zuerst konstruktiv, erst danach chemisch. Konstruktiver Holzschutz heißt, das Holz baulich trocken zu halten — durch Dachüberstände, Abtropfkanten, ausreichenden Abstand zum Erdreich und gute Hinterlüftung.

Chemischer Holzschutz mit Holzschutzmitteln kommt erst dann in Frage, wenn konstruktive Maßnahmen allein nicht ausreichen. Er ersetzt niemals eine fehlerhafte Konstruktion.

Holzschädlinge sind Pilze (z. B. Braunfäule, Echter Hausschwamm) und Insekten (z. B. Hausbock, Nagekäfer). Pilze brauchen Feuchtigkeit — wer das Holz trocken hält, hat den wichtigsten Schutz schon erledigt.

Dachstuhlarten und Holzverbindungen

ZugbandSparrendachPfettendachSparrendach: Dreieck mit Zugband untenPfettendach: Sparren auf drei Pfetten

Beim Sparrendach bilden je zwei Sparren mit dem Deckenbalken ein starres Dreieck. Der Deckenbalken wirkt als Zugband und nimmt den Horizontalschub auf. Vorteil: keine Stützen im Dachraum. Beim Kehlbalkendach kommt ein waagerechter Kehlbalken dazu, dadurch sind größere Spannweiten möglich.

Beim Pfettendach liegen die Sparren auf waagerechten Pfetten: unten auf der Fußpfette, in der Mitte auf der Mittelpfette und oben auf der Firstpfette. Die Pfetten werden von Stuhlsäulen getragen, die im Dachraum stehen.

Typische Holzverbindungen: die Kerve — ein Einschnitt, mit dem der Sparren auf der Pfette aufliegt — sowie der Versatz (Stirnversatz, Rückversatz, doppelter Versatz) am Sparrenfußpunkt. Dazu kommen Zapfen, Blattungen sowie Nägel, Schrauben und Balkenschuhe.