DachdeckerGesellenprüfung
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Bauteile beschichten und bekleiden

1. Lehrjahr · 60 Std.

DämmstoffeAbdichtungsstoffeBaumetalleBauphysik GrundlagenVerlegepläne

Theorie

Dämmstoffgruppen und die Wärmeleitfähigkeit

ruhende Luft in PorenLuft leitet Wärme schlechtmineralisch · synthetisch · nachwachsendλ in W/(m·K) – je kleiner, desto besser dämmt der Stoff.

Dämmstoffe lassen sich in drei Gruppen einteilen: mineralische (Glas- und Steinwolle), synthetische (EPS, XPS, PUR/PIR) und nachwachsende (Holzfaser, Zellulose, Hanf).

Die wichtigste Kennzahl ist die Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda) in W/(m·K). Sie sagt, wie gut ein Stoff Wärme leitet. Für Dämmstoffe gilt: je kleiner λ, desto besser die Dämmwirkung.

Alle Dämmstoffe wirken nach demselben Prinzip: Sie schließen viel ruhende Luft in kleinen Poren oder Fasern ein. Ruhende Luft leitet Wärme schlecht — deshalb sind gute Dämmstoffe leicht und porig.

Brandverhalten und Einsatzbereiche

Mineralwollenicht brennbarEPS / XPSbrennbarPUR / PIRsehr gutes λMineralwolle: wo Brandschutz zähltXPS: druckfest, wasserfest – UmkehrdachPUR/PIR: Flachdach, Aufsparrendämmung

Mineralwolle (Glas- und Steinwolle) ist nicht brennbar und wird deshalb überall dort eingesetzt, wo der Brandschutz zählt. Sie ist außerdem gut schalldämmend, aber druckweich und feuchteempfindlich.

EPS (Styropor) ist leicht und günstig, aber brennbar und nicht sehr druckfest. XPS ist druckfest und nimmt praktisch kein Wasser auf — deshalb wird es dort verwendet, wo Feuchte und Last zusammenkommen, etwa beim Umkehrdach oder im erdberührten Bereich.

PUR/PIR-Hartschaum kombiniert eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit mit hoher Druckfestigkeit. Deshalb ist er auf dem Flachdach und als Aufsparrendämmung verbreitet, wo begangen oder mit Anlagen belastet wird.

Baumetalle am Dach

Titanzinkblaugraue PatinaKupfergrüne PatinaDie Patina schützt das Metall. Regel: Kupfer nie oberhalbvon Zink.

Am Dach werden vor allem Titanzink, Kupfer, Aluminium, Edelstahl, verzinkter Stahl und (heute selten) Blei verarbeitet.

Titanzink bildet an der Luft eine schützende blaugraue Patina, Kupfer eine charakteristische grüne Patina. Beide Schichten schützen das Metall darunter und sind erwünscht — im Gegensatz zu Weißrost, der durch stehende Feuchte an der Rückseite entsteht.

Aluminium ist sehr leicht und korrosionsbeständig, Edelstahl besonders widerstandsfähig. Wichtig bleibt immer die elektrochemische Spannungsreihe: Kupfer darf nie oberhalb von Titanzink oder verzinktem Stahl eingebaut werden, weil abfließendes Wasser Kupferionen nach unten trägt.

Kennwerte: λ, µ und der sd-Wert

gleichwertige Luftschichtsd in Meternsd = µ · dDampfbremse: großer sd-Wert, bremst starkUnterdeckbahn: kleiner sd-Wert, diffusionsoffen

Drei Kennwerte begegnen dir ständig. Die Wärmeleitfähigkeit λ beschreibt den Wärmetransport — klein ist gut. Die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl µ beschreibt, wie stark ein Stoff Wasserdampf bremst, verglichen mit ruhender Luft (µ = 1).

Der sd-Wert verbindet beides mit der Dicke: sd = µ · d. Er gibt an, wie dick eine Luftschicht sein müsste, um genauso stark zu bremsen — angegeben in Metern.

Daraus folgt die Faustregel für Bahnen: Eine Dampfbremse hat einen großen sd-Wert (bremst stark), eine diffusionsoffene Unterdeckbahn einen kleinen (lässt Feuchte nach außen). Feuchtevariable Dampfbremsen ändern ihren sd-Wert je nach Umgebungsfeuchte: im Winter bremsend, im Sommer offener für die Rücktrocknung.