DachdeckerGesellenprüfung
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Dachflächen abdichten

2. Lehrjahr · 80 Std.

SchichtenfolgenDampfsperreWärmedämmung dimensionierenGefälledämmungWindsogsicherungOberflächenschutzDachbegrünungZeichensymbole

Theorie

Bitumenbahnen: APP, SBS und Trägereinlagen

1231Bitumen-Deckschicht2Trägereinlage (Festigkeit)3Bitumen-DeckschichtAPP → plastomer (hitzefest) · SBS → elastomer(kälteflexibel).
So soll dein Foto aussehenNahaufnahme

Nah ran an die Naht. Die ausgetretene Bitumenwulst (kupfern) muss als durchgehende Raupe zu sehen sein.

Bitumen ist ein zähelastisches Nebenprodukt der Erdöldestillation. Rein eingesetzt wäre es bei Kälte zu spröde und bei Hitze zu weich — deshalb wird es mit Polymeren modifiziert.

Zwei Modifikationen sind zu unterscheiden: Mit APP (ataktischem Polypropylen) entsteht Plastomerbitumen, mit SBS (Styrol-Butadien-Styrol) entsteht Elastomerbitumen. Elastomerbitumen bleibt bei Kälte elastischer.

Die Trägereinlage gibt der Bahn ihre Festigkeit: Polyestervlies (PV) ist hoch reißfest und dehnbar, Glasgewebe und Glasvlies sind formstabil, aber weniger dehnbar. Im Kurzzeichen einer Bahn wie PYE PV 200 S5 steht PYE für Polymerbitumen-Elastomer, PV für die Polyestervlies-Einlage.

Kunststoffbahnen und ihre Schweißparameter

Naht ≥ 2 cmPVC von Hand ca. 430–500 °Cmit Automat ca. 480–580 °CErst ab +5 °C verarbeiten. Kunststoffbahnen werdengeschweißt, nicht geflämmt.

Hochpolymere Kunststoffbahnen wie PVC, FPO, EPDM und PIB werden nicht geflämmt, sondern durch Heißluft- oder Quellschweißen gefügt.

Für PVC-Bahnen gelten beim Handschweißgerät Temperaturen von etwa 430 bis 500 °C, beim Schweißautomaten etwa 480 bis 580 °C. Die Naht muss durchgehend mindestens 2 cm breit sein.

Wichtig für die Baustelle: Kunststoffbahnen und kaltselbstklebende Bitumenbahnen dürfen erst ab einer Bauteil- und Umgebungstemperatur von mindestens +5 °C verarbeitet werden. Darunter binden Kleber nicht ab und das Material wird zu steif.

Warmdach, Gefälledämmung und Anschlüsse

≥ 15 cm1 % Gefälle = 1 cm je MeterAufbau von unten: Tragschale, Dampfsperre, Dämmung,Abdichtung.

Beim Warmdach liegen die Schichten von unten nach oben: Tragschale, Dampfsperre, Wärmedämmung, Abdichtung und darüber der Oberflächenschutz (z. B. Kies oder Begrünung). Als Dämmstoff ist Polyisocyanurat (PIR) verbreitet, weil es sehr gut dämmt und druckfest ist.

Damit kein Wasser stehen bleibt, wird Gefälle eingebaut — häufig über eine Gefälledämmung, deren Platten keilförmig zulaufen. Faustregel: 1 % Gefälle bedeutet 1 cm Höhenunterschied je Meter.

An aufgehenden Bauteilen wird die Abdichtung hochgeführt. Bei Dachneigungen bis 5° muss sie mindestens 15 cm über die wasserführende Ebene reichen und mechanisch, zum Beispiel mit einer Klemmschiene, gegen Abrutschen gesichert werden.

Am T-Stoß, wo drei Bahnenlagen aufeinandertreffen, wird die mittlere Bahn abgeschrägt (Eckschnitt). Sonst entsteht ein Hohlraum, in dem Wasser kapillar hochgezogen wird — eine typische Leckagestelle.

Dachbegrünung: extensiv oder intensiv

extensivintensivextensiv: Moos, Sedum – ca. 80–170 kg/m²intensiv: Stauden, Rasen – ab ca. 300 kg/m²Immer zuerst die Statik prüfen und durchwurzelungsfestabdichten.

Eine Extensivbegrünung ist pflegeleicht und leicht: Moos, Sedum und Kräuter auf dünnem Substrat. Sie wiegt im wassergesättigten Zustand üblicherweise etwa 80 bis 170 kg je Quadratmeter, als besonders leichte Ausführung auch nur rund 50 kg/m².

Eine Intensivbegrünung ist ein richtiger Dachgarten mit Stauden, Sträuchern und Rasen. Sie braucht dickeres Substrat, Bewässerung und Pflege — und wiegt ab etwa 300 kg je Quadratmeter aufwärts.

Entscheidend ist deshalb immer die Statik: Die Traglast muss vorher geprüft werden. Zusätzlich braucht ein Gründach eine durchwurzelungsfeste Abdichtung, damit Wurzeln die Dichtungsebene nicht zerstören.