DachdeckerGesellenprüfung
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Außenwandflächen bekleiden

2. Lehrjahr · 40 Std.

Vorgehängte hinterlüftete FassadeUnterkonstruktionHinterlüftungÜberdeckungen und FugenSprungmaße und Schnurabstände

Theorie

Aufbau der vorgehängten hinterlüfteten Fassade

123451tragende Wand2Wärmedämmung3Hinterlüftung4Unterkonstruktion5Bekleidung

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) trennt die Aufgaben sauber voneinander: Eine Schicht dämmt, eine andere hält den Regen ab — und dazwischen liegt eine belüftete Luftschicht.

Der Aufbau von innen nach außen: tragende Außenwand, Wärmedämmung, Hinterlüftungsebene (Luftschicht), Unterkonstruktion und außen die Bekleidung, zum Beispiel aus Schiefer, Faserzementplatten oder Metall.

Genau diese Trennung macht die VHF so dauerhaft: Selbst wenn durch Fugen etwas Wasser hinter die Bekleidung gelangt, läuft es in der Luftschicht ab und trocknet wieder aus, ohne die Dämmung zu erreichen.

Warum die Hinterlüftung funktioniert

Abluft obenZuluft unten≥ 20 mmZugebaute Öffnungen stoppen die Strömung, dann bleibtFeuchte stehen.

Die Luftschicht wirkt wie ein Kamin: Unten strömt kühle Luft ein, sie erwärmt sich an der Bekleidung und steigt nach oben, wo sie wieder austritt. Dieser ständige Luftstrom transportiert Feuchtigkeit ab.

Deshalb braucht jede VHF Zuluftöffnungen unten und Abluftöffnungen oben. Werden sie zugebaut oder verstopft, steht die Luft — und aus der hinterlüfteten Fassade wird eine Feuchtefalle.

Die Luftschicht sollte üblicherweise mindestens rund 20 mm dick sein, damit die Luft überhaupt strömen kann. Die genauen Mindestquerschnitte für Zu- und Abluft regeln die einschlägigen Normen und Fachregeln für Außenwandbekleidungen.

Unterkonstruktion und Befestigung

Wandsenkrechte Konterlattung – schafft den Luftraumwaagerechte Traglattung – trägt die BekleidungIn Rand- und Eckbereichen dichter verankern,korrosionsbeständig.

Die Unterkonstruktion trägt die Bekleidung und hält sie im Abstand zur Wand. Sie besteht meist aus einer Holzlattung oder aus Metallprofilen, die über Konsolen an der Wand verankert werden.

Bei Holz gibt es oft zwei Ebenen: eine senkrechte Konterlattung, die den Luftraum schafft, und darauf die waagerechte Traglattung, an der die Bekleidung befestigt wird — je nach Deckart auch umgekehrt.

Wichtig sind zwei Punkte: Die Verankerung muss die Windlasten aufnehmen (in Rand- und Eckbereichen dichter setzen), und die Befestigungsmittel müssen korrosionsbeständig zum Werkstoff der Bekleidung passen.

Deckbilder an der Wand: Sprungmaß und Schnurabstände

AbstandSprungmaßNur angerissen laufen die Fugen über die ganze Fassadein Flucht.

An der Fassade werden Schiefer und Faserzementplatten in eigenen Deckbildern verlegt, etwa als Rechteck-Doppeldeckung, waagerechte Deckung oder Universaldeckung.

Damit die Fläche gleichmäßig wird, reißt man die Fassade vorher an: Schnurabstände legen fest, wo die Gebinde verlaufen. Das Sprungmaß gibt an, um wie viel jedes Gebinde gegenüber dem darunterliegenden seitlich versetzt wird.

Sauber angerissene Schnüre sind kein Luxus: Nur so laufen die Fugen über die ganze Fassade in einer Flucht — und nur so stimmen am Ende Ecken, Anschlüsse und Öffnungen zusammen.