DachdeckerGesellenprüfung
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Geneigte Dächer mit Metallen decken

3. Lehrjahr · 40 Std.

StehfalzdeckungLeistendeckungBördeln, Schweifen, Kanten, FalzenWindlastenVerlegepläne

Theorie

Doppelstehfalz und Leistendeckung

Doppelstehfalzab ca. 3° DachneigungLeistendeckungScharen an einer LeisteBefestigt wird unsichtbar über Hafte, die im Falz liegen.
So soll dein Foto aussehenlängs

Längs die Fläche fotografieren, sodass mehrere Falze als parallele Reihe laufen.

Bei der Stehfalzdeckung werden die Blechbahnen (Scharen) an ihren hochgestellten Rändern miteinander verfalzt. Beim Doppelstehfalz wird der Falz zweimal umgelegt — das ergibt eine sehr sichere, wasserdichte Verbindung ohne Durchdringung der Fläche.

Das Doppelstehfalzsystem wird bei geneigten Dächern ab etwa 3° Dachneigung (rund 5,2 %) eingesetzt. Bei der Leistendeckung laufen die Scharen dagegen an Holzleisten hoch, die mit einer Kappe abgedeckt werden.

Verlegt wird auf einer tragfähigen Unterkonstruktion, meist einer Holzschalung. Der große Vorteil: Die Befestigung erfolgt indirekt über Hafte, die im Falz verschwinden — es gibt keine Löcher in der Deckfläche.

Fest- und Schiebehafte

Unterkonstruktion1221Festhaft – starr, der Fixpunkt2Schiebehaft – lässt die Schar wandernScharlänge bis 10 m, mit Schwerlasthaften bis 16 m(max. 30°).
So soll dein Foto aussehenDetail

Die festgeschraubte Hafte (kupfern) auf der Schalung — bevor die nächste Schar drüberkommt.

Metall dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Damit die Schar das kann, ohne sich aufzuwölben oder abzureißen, gibt es zwei Haftarten.

Festhafte verankern die Schar starr auf der Unterkonstruktion. Sie sichern sie gegen das Abrutschen auf der geneigten Fläche und bilden den Fixpunkt. Schiebehafte haben ein bewegliches Mittelteil: Sie halten die Schar, lassen aber die Längenbewegung zu.

Die maximal zulässige Scharlänge liegt unter normalen Bedingungen bei 10 Metern. Mit speziellen Schwerlasthaften sind bis zu 16 Meter möglich — dann ist die Dachneigung allerdings auf höchstens 30° begrenzt.

Zusätzlich muss die Haftanzahl den Windsog aufnehmen: In Rand- und Eckbereichen wird dichter gesetzt als in der Fläche.

Trennlage und Weißrost

MetalldeckungSchalungTrennlage – kapillarbrechender LuftraumKondensat läuft ab und trocknet. Bleibt es stehen, entstehtWeißrost.

Unter der Metalldeckung wird häufig eine strukturierte Trennlage eingebaut — ein dreidimensionales Polyamid-Gewirk. Sie erfüllt gleich mehrere Aufgaben.

Erstens schafft sie einen kapillarbrechenden Luftraum: Kondensat, das sich an der Blechrückseite bildet, kann ablaufen und abtrocknen, statt dort stehen zu bleiben. Zweitens dämpft sie den Schall von Regen und Hagel spürbar.

Bleibt Feuchtigkeit dauerhaft an der Rückseite stehen, bildet sich Weißrost — basisches Zinkcarbonat. Er zerstört die Zinkschicht von hinten, oft unbemerkt, bis der Schaden groß ist. Die Trennlage ist also kein Zubehör, sondern Schadensvorbeugung.

Die vier Grundtechniken am Blech

KantenFalzenBördelnSchweifenAbwicklung = Deckbreite plus alle Zugaben

Kanten heißt, das Blech entlang einer geraden Linie abzuwinkeln — die Grundlage für Falze, Aufkantungen und Abschlüsse.

Falzen ist das Umlegen und Ineinanderhaken zweier Blechränder. Beim Doppelfalz wird zweimal umgelegt, das erhöht die Dichtheit erheblich.

Bördeln bedeutet, den Blechrand zu einem Wulst umzulegen. Das versteift die Kante und nimmt ihr die Schärfe. Schweifen ist das Verformen des Blechs in eine Rundung, ohne es zu falten — dabei wird das Material gestaucht oder gestreckt, etwa beim Rinnenkessel.

Für die Fertigung wird zuerst die Abwicklung ermittelt: die abgewickelte Zuschnittbreite aus Deckbreite plus allen Zugaben für Falze und Kantungen.