DachdeckerGesellenprüfung
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Details an Dächern mit Abdichtungen herstellen und Bauwerke abdichten

3. Lehrjahr · 40 Std.

An- und Abschlüsse an aufgehenden BauteilenDurchdringungenBauwerksabdichtungDrückendes und nicht drückendes WasserAnschlusshöhen

Theorie

Anschlüsse an aufgehende Bauteile

≥ 15 cmKlemmschieneGemessen ab Oberkante Kies (wasserführende Ebene),nicht ab der Abdichtung.
So soll dein Foto aussehenmit Zollstock

Die hochgeführte Bahn (kupfern) an der Wand. Zollstock senkrecht anlegen — dann kann ich die Anschlusshöhe einzeichnen.

Überall dort, wo die Abdichtungsfläche auf ein aufgehendes Bauteil trifft — Attika, Wand, Lichtkuppelaufsatz — muss die Abdichtung hochgeführt und oben sicher befestigt werden.

Bei Dachneigungen bis 5° gilt eine Mindestanschlusshöhe von 15 cm über der wasserführenden Ebene. Bei steileren Dächern darf die Höhe geringer ausfallen; üblich ist dann ein Mindestmaß in der Größenordnung von 10 cm.

Wichtig ist immer: Gemessen wird ab der wasserführenden Ebene — also ab Oberkante Kies, Plattenbelag oder Begrünung, nicht ab der Abdichtung selbst. Der obere Rand wird mechanisch gesichert, zum Beispiel mit einer Klemmschiene, damit die Bahn nicht abrutscht.

Durchdringungen: Gullys, Rohre, Lichtkuppeln

Gully – Bahn im FlanschRohr – ManschetteFür verwinkelte Stellen: Flüssigkunststoff, Vlies mind. 5cm überlappt.
So soll dein Foto aussehenvon oben

Am besten vor oder frisch nach dem Einbau. Der breite Flansch und der runde Einlauf (kupfern) müssen ganz drauf.

Ein Gully wird über einen Flansch an die Abdichtung angeschlossen: Beim Klemmflansch wird die Bahn zwischen Los- und Festflansch mechanisch eingeklemmt, beim Klebeflansch flächig verklebt oder verschweißt. Jede Hauptentwässerung braucht zusätzlich eine Notentwässerung.

Runde Durchdringungen wie Rohre werden mit vorgefertigten Manschetten angeschlossen. Sie sitzen dicht am Rohr und werden flächig mit der Abdichtung verbunden.

Für geometrisch schwierige Stellen — verwinkelte Attiken, Geländerstützen, dicht beieinanderstehende Rohre — eignet sich Flüssigkunststoff auf Basis von PU oder PMMA. Dabei wird ein Polyestervlies eingelegt, die Vlieszuschnitte überlappen an den Nähten mindestens 5 cm, und gearbeitet wird nass in nass in zwei Schichten ohne Lufteinschlüsse.

Drückendes und nicht drückendes Wasser

nicht drückenddrückendnicht drückend: Wasser versickert, kein Druckdrückend: Grundwasser steht an, Druck steigt

Bei der Bauwerksabdichtung entscheidet die Wasserbeanspruchung darüber, wie aufwendig abgedichtet werden muss.

Nicht drückendes Wasser ist Wasser, das ablaufen oder versickern kann — Bodenfeuchte und Sickerwasser in durchlässigem Boden. Es übt keinen nennenswerten Druck auf die Abdichtung aus.

Drückendes Wasser steht dagegen an: Grundwasser oder aufstauendes Sickerwasser in bindigem Boden. Es erzeugt hydrostatischen Druck, der mit der Einbindetiefe zunimmt und die Abdichtung regelrecht ins Bauwerk drückt. Hier sind deutlich höhere Anforderungen zu erfüllen.

Die falsche Einschätzung des Lastfalls ist ein klassischer, teurer Planungsfehler — ausschlaggebend sind Bodenart und Grundwasserstand.

Schwarze und weiße Wanne

schwarze Wanneweiße Wanneschwarz: Abdichtungsbahnen von außenweiß: WU-Beton, dichte Fugen, keine Haut

Für erdberührte Bauteile gibt es zwei Grundprinzipien. Die schwarze Wanne dichtet das Bauwerk von außen mit Abdichtungsbahnen oder -massen ab — der Name kommt vom Bitumen.

Die weiße Wanne kommt ohne zusätzliche Abdichtungshaut aus: Der Beton selbst ist wasserundurchlässig (WU-Beton), die Dichtheit entsteht durch Betonrezeptur, Bauteildicke und sorgfältig ausgeführte Fugenabdichtungen.

In beiden Fällen gilt: Die Abdichtung muss vor Beschädigung geschützt werden — durch Schutzschichten und Schutzlagen vor dem Verfüllen der Baugrube. Eine beschädigte Abdichtung ist im eingebauten Zustand praktisch nicht mehr reparierbar.